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Ein unmöglicher Unfall in der Kletterhalle ???
 

Eine Pressemeldung …

… 12 Meter tief gestürzt, mit den Beinen auf dem Boden aufgeschlagen, Muskelfaserriss, Krankenwagen: Klaus ist im Dezember zweidrittel der Hauptwand in der Kletterhalle Musterstadt heruntergefallen. Ein Zeuge: „Ich dachte nicht, dass in der Halle so eine Fallstrecke überhaupt vorkommt, aber die normal-lässige Kletterhallen-Sicherung machte es möglich“.

Die Situation

Mark sichert Klaus in einer leicht überhängenden Route. Beide sind erfahrene Kletterer: Mark (70 kg) klettert seit 10 Jahren, Klaus (80 kg) seit zwei Jahren. Alle Expressen sind eingehängt, das Seil ist von ein paar Stürzen bereits vorgedehnt. Beim Einklinken in eine Expresse rutscht Klaus plötzlich ab.

12 Meter Fallhöhe

  • Besser nicht stürzen, wenn man in Kopfhöhe oder sogar noch höher einklippen möchte: 2 Meter Schlappseil oben ergeben 4 Meter Sturzhöhe.
  • Für das Klippen hat der Sichernde unten etwas zu viel Schlappseil ausgegeben, d.h. fallbezogen weitere 1,5 Meter Sturzhöhe.
  • Weil Mark sich nicht den Hals verrenken möchte, steht er ca. 3 Meter von der Wand entfernt. Durch den Sturz wird er an die Wand und dort ca. einen halben Meter hochgezogen, macht zusammen weitere 2 Meter Sturzhöhe.
  • Beim Seilausgeben hat der Sichernde natürlich nur eine Hand am Bremsseil. Das Seil wird ca. 1 Meter durch Hand und Tube gerissen.
  • Die Seildehnung bei diesem Sturz beträgt laut Hersteller 2 Meter.
  • Die letzten 1,5 Meter sind die Körperlänge des Unterkörpers des Stürzenden, der auf dem Hallenboden aufschlägt.5,5 Meter freier, ungebremster Fall dauern ca. 1,1 Sekunden. Deine Reaktionszeit beträgt mindestens 0,2 Sekunden. Du hast also ca. 0,8 Sekunden Zeit, um zu reagieren. Bei diesem Unfall hätte es geholfen, die zweite Hand an das Bremsseil zu nehmen, um sehr hart zu bremsen. Ob irgendjemand in der Realität tatsächlich so schnell reagieren kann, ist fraglich.
  • Ein harter Fangstoß ist eher unwahrscheinlich, wenn Schlappseil vorhanden ist und der Kletterer mehr als der Sichernde wiegt: Den Sicherungspartner wird es ohnehin an der Wand etwas hochziehen. Er kann deshalb versuchen, die Strecke im ungebremsten freien Fall abzukürzen, indem er blitzartig ein paar Schritte rückwärts macht. Aber das geht nur, wenn er sehr, sehr konzentriert und reaktionsschnell ist.

     

Wie kann ein solcher Unfall vermieden werden?

·         Partnercheck !
 

·         Aufmerksam sichern !  - Keine Ablenkung zulassen!
 

·         Bremshand immer am Bremsseil !
 

·         Schlappseil vermeiden !
 

·         So nahe an der Wand stehen wie möglich !
 

·         Den Vorsteiger beim Klippen beobachten, wie viel Seil dieser wirklich benötigt
 

·         Kommunikation ! – Unmissverständliche Kommandos geben („ZU“ / „AB“)


Im Zweifelsfall kann der Kletterer seinen Sicherungspartner vor einer schwierigen Stelle durch
Zuruf warnen. Der Sichernde muss natürlich trotzdem immer auf einen unerwarteten Sturz vorbereitet sein. Bei viel Kletterbetrieb kann es sinnvoll sein, den Vornamen des Sichernden
dem Kommando voranzustellen.

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