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Knoten & Stiche
im Bergsport

Anwendung der unten beschriebenen Knoten in der Praxis
 

Die hier dargestellten Knoten und Stiche gehören zum elementaren Grundwissen eines jeden Bergsteigers und ihre spezifische Anwendung sollte jederzeit sicher beherrscht werden.
Es empfiehlt sich eine fundierte Ausbildung in einer Sektion des DAV, damit die spätere Anwendung der erlernten Knoten und Stiche richtig und sicher erfolgt.

Mehr (aber auch nicht weniger !) Knoten und Stiche, als die unten aufgeführten,  braucht ein Bergsteiger in der Regel nicht zu können.

Dieses sind im Einzelnen:

Sackstich und Achterknoten als Anseilknoten
Halbmastwurf (HMS) und Mastwurf als Sicherungsknoten
Ankerstich, gelegter und gesteckter Prusikknoten, Schleifknoten und
   Garda-Rücklaufsperre, die überwiegend als Rettungs- und Bergungsknoten
   zum   Einsatz kommen.


 ANSEILKNOTEN

 

 Sackstich

Sackstich

Mit dem gesteckten Sackstich bindet man sich in ein Seil ein. Man macht einen Kreuzschlag etwa 1 Meter vom Seilende entfernt und führt das Seilende dann um die Anseilschlaufe des Gurts. Mit dem Seilende fährt man den Knoten nach. Der Sackstich ist einfach zu erlernen und damit auch für Anfänger geeignet. Wen er belastet wurde, lässt er sich aber nur sehr schwer lösen. Deshalb wird zum Anseilen meist der Achterknoten benutzt.
Auch verwendet man den Sackstich, um zwei Seile zum Abseilen zu verbinden.

 

 Achterknoten

Achtknoten

Zum Einbinden verwendet der Bergsteiger als bessere Alternative zum Sackstich den gesteckten Achterknoten. Beim Nachfahren des Knotens sollte man darauf achten, dass die Seilstränge möglichst parallel laufen, da der Knoten dann besser hält. Nach dem Knoten müssen alle vier Seilstränge einzeln nachgezogen werden. Der Achterknoten lässt sich nach einer Belastung einfacher wieder lösen als der Sackstich.

 

 SICHERUNGSKNOTEN

 

 Halbmastwurf-Sicherung (HMS)

Halbmastwurf, HMS

Der (Halbmastwurf) HMS kann schnell und problemlos an (Schraub-) Karabinern fixiert werden.
Er wird auch gemäß seiner Bestimmung als Bremsknoten bezeichnet.
Das Bremsseil darf jedoch niemals losgelassen werden, da der mittels HMS gesicherte Partner im Falle eines Sturzes in das Seil oder in der Ablassphase zwangsläufig abstürzen würde !
Wird in bestimmten Situationen ein 'Loslassen' des Bremsseiles notwendig, muss dieses mittels Schleifknoten (siehe weiter unten) gesichert werden.
Der HMS funktioniert in beiden Richtungen, d.h. Lasten können abgelassen und auch angezogen werden, ohne dass der HMS dabei gelöst werden muss. Der HMS lässt sich problemlos und leicht wieder lösen.
 

 Mastwurf

Mastwurf

Der Mastwurf ist der ideale Knoten für fast alles, was festgebunden werden muss. Seine Position lässt sich leicht verändern, ohne dass der Knoten gelöst werden muss. Auch nach stärkster Belastung lässt sich der Mastwurf wieder problemlos lösen.
Im Bergsport ist er der ideale Standplatzknoten, dazu wird er mit einem Verschlusskarabiner am Standplatz zur Selbstsicherung verwendet. Der Mastwurf zieht sich speziell auch bei Belastung auf nur einem Seil zu und hält sicher.

Hier die zwei Bindearten: Gesteckter Mastwurf (obere Reihe) und gebundener Mastwurf (untere Reihe)

 SONSTIGE KNOTEN

 

 Ankerstich

 

Ankerstich

Der Ankerstich wird im Bergsport nur dann benötigt, wenn eine geschlossene Schlaufe (z.B. eine vernähte Bandschlinge) an Bäumen, Haken und sonstigen geschlossenen Ringen befestigt werden soll.
Dieser Knoten bietet nur bei oben geschilderter Anwendung Sicherheit. Dieser Knoten ist ansonsten keine sichere Befestigung, da er sich bei ungleichmäßiger Belastung der Enden von selbst löst. Sicherer ist der Mastwurf.

 

 Prusikknoten (gelegt)

 

Prusikknoten, gelegt

 

 Prusikknoten (gesteckt)

 

Prusikknoten, gesteckt

Der Prusikknoten ist ein Klemmknoten der sich unter Belastung zuzieht und bei Entlastung wieder lockert. Benannt ist er nach seinem Erfinder Karl Prusik.
Der Prusikknoten wird im Bergsport verwendet, um an einem herabhängenden Seil aufzusteigen oder um sich beim Abseilen zu sichern.
Man legt eine Endlosschlinge (Trittschlinge) zwei- oder dreimal um das dickere, herabhängende Seil und steckt dann die lange Bucht durch die kurze Bucht. Der Anfang des Prusikknotens ist identisch mit dem Ankerstich. Tritt man in die Schlinge, so klemmt der Prusikknoten auf dem Seil. Entlastet man die Schlinge, lässt sich der Prusikknoten auf dem Seil verschieben. Auf diese Weise kann man mit zwei Trittschlingen an einem Seil emporsteigen. Beim Abseilen wird der lockere Prusikknoten von Hand mitgeführt und verklemmt sich bei einem Sturz.
Die Technik des Aufstiegs am Seil mit einer Prusikschlinge nennt man 'prusiken'.

 

 Schleifknoten

 

Schleifknoten

Manchmal kann es zwingend notwendig sein die Kameradensicherung zu fixieren, um die Hände freizubekommen. Es könnte z.B. der zu Sichernde abgestürzt sein und notwendige Rettungsmaßnahmen müssen  eingeleitet werden. Oder der Kletterer bouldert gerade eine schwere Stelle aus und möchte einige Zeit im Seil hängend verschnaufen. In diesen Fällen kann man die Kameradensicherung ( HMS ) mit Hilfe eines Schleifknotens fixieren.
Der Schleifknoten gilt zu Unrecht als der komplizierteste Knoten bei den Kletterern und die meisten scheuen sich davor, ihn zu lernen. In Wirklichkeit ist der Schleifknoten eigentlich nichts anderes als ein Kreuzschlag und seine Beherrschung gehört zum Handwerkszeug eines jeden Bergsteigers.

 

 Garda - Rücklaufsperre

 

garda.gif (12385 Byte)

Der Gardaknoten ist ein Klemmknoten, der als Rücklaufsperre Verwendung findet. Man kann das Seil in eine Richtung relativ leicht durch den Knoten ziehen, während er in die andere Richtung blockiert.
Der Gardaknoten gehört zwar nicht zum Grundrepertoire, ist aber z.B. bei verschiedenen Rettungstechniken sehr hilfreich.
Man benötigt zwei gleiche Normalkarabiner, die parallel mit etwas Bewegungsfreiheit nebeneinander hängen. Meist ist es ungünstig, die Karabiner direkt in einen Haken zu hängen. Man kann dann z.B. wie auf dem Bild beide in ein Ende einer Expressschlinge klinken. Man benötigt zwei gleiche Normalkarabiner, die parallel mit etwas Bewegungsfreiheit nebeneinander hängen. Meist ist es ungünstig, die Karabiner direkt in einen Haken zu hängen. Man kann dann z.B. wie auf dem Bild beide in ein Ende einer Expressschlinge klinken.  Nun klinkt man das freie Seilende noch einmal so von außen in den Karabiner, in den das Lastseil einläuft, dass das freie Seilende zwischen den beiden Karabinern wieder herauskommt. Festziehen, fertig. Man kann das Seil in Pfeilrichtung durch den Knoten ziehen, bei Zug gegen die Pfeilrichtung wird das Seil blockiert.

Anwendung der oben dargestellten Knoten in der Praxis

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