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Knoten und Stiche
in der praktischen Anwendung

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Stiche
Anseilen /
Einbinden
Erfahrene Kletterer benutzen oft nur noch den Hüftgurt als
Sicherungsmittel – wird aber bei der Klettertour schweres
Gepäck und Ausrüstung mitgeführt, ist es ratsam sich mit
Hüft- und Brustgurt einzubinden , da der Körper zur sog.
Kopflastigkeit neigt und zwar gerade bei längerem Hängen
oder Bewusstlosigkeit des Gestürzten.

wird lediglich am Hüftgurt
angeseilt, verändert sich der
der Körperschwerpunkt nachteilig
Die zwei
Möglichkeiten des Anseilens
- Direkt mit dem Kletterseil
Mittels Sackstich in den Anseilring des Hüftgurtes so
einbinden , dass man ca. 70 cm Seilende übrig hat (Knoten
noch nicht festziehen) – mit diesem Seilende von außen
durch die Schlaufen des Brustgurtes fahren - nun den
locker sitzenden Sackstich „nachfahren“ und festziehen.
- Anseilen mit dem Achterband (gängige
Methode)
Hierzu den Hüftgurt mit dem Brustgurt mittels Schlauchband
(sog. „Achterband“) verbinden. Das Band sollte ca.
180 cm lang sein. Dazu das Band bis zur Bandmitte durch
den Anseilring des Hüftgurtes ziehen und einen Sachstich
ca.
5 cm oberhalb des Anseilringes einknüpfen. Beide ungefähr
gleichlangen Bandenden von außen durch die Schlaufen des
Brustgurtes ziehen und mittels Sackstich (gesteckt)
verbinden.
In die so im Achterband entstandenen Schlaufen wird sich
nun mittels Sackstich oder besser mit dem Achterknoten
(lässt sich nach Sturz einfacher lösen) angeseilt.

Nach der heutigen
Lehrmeinung wird die Verwendung des Brustgurtes nur beim
Tragen von schweren Rückenlasten oder Anfängern empfohlen,
die das kontrollierte Fallen noch nicht beherrschen. Die
Entscheidung für oder gegen den Brustgurt muss jeder
Bergsteiger / Kletterer für sich selbst entscheiden.
Gefährten - &
Eigensicherung
Der Sichernde sollte sich grundsätzlich
selbst sichern, wenn
-
sein Standplatz geneigt oder flächenmäßig klein ist
(Absturzgefahr bei Sturz des Kletternden)
-
der Sichernde erheblich leichter ist als der Kletternde
(Gefahr des Hochziehens und dadurch Absturz des
Sichernden)
Besonders zu beachten ist,
-
dass beim Einhängen der Expressschlingen in die fest
verankerten Sicherungshaken der Schnapper der
Expressschlinge immer gegen die weitere Kletterrichtung
zeigt (1), da im Falle eines
Sturzes, ein unbeabsichtigtes Öffnen des Schnappers
technisch möglich wäre (2+3).
-
dass bereits vor dem Klettern klare Kommandos
abgesprochen werden, um unter Umständen folgenschwere
Missverständnisse zu vermeiden.
Zum Beispiel:
„ZUG“: Die Sichernde strafft das Seil zum Kletternden
„STAND“: Der Kletternde hat sich selbst gesichert
„AB“: Der Kletternde will abgelassen werden
-
dass beim Abseilen (Ablassen) des Partners das Seilende
am Gurt des Sichernden befestigt wird, - gerade dann,
wenn nicht sicher ist, ob das Seil für die Abseilstrecke
lang genug ist
-
dass nur an runden, glatten und unbeschädigten Hakenösen
abgelassen werden darf. Niemals an scharfkantigen Haken
oder an einem Haken mit eingefädelter Reepschnur
abseilen (Absturzgefahr durch Durchscheuerung des Seils)
– in diesen Fällen besser Abseilen (ggf. muss ein
Karabiner geopfert werden)
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DAV-Sicherungsring
Bühlerhaken |
-
dass der Seilverlauf im Abseilachter stimmt
-
dass beim Abseilen mit dem Abseilachter zur
Selbstsicherung eine kurze Reepschnurschlinge
(„Kurzprusik“) Verwendung findet. Die Kurzprusik sollte
ca., 15 cm lang und der Seildurchmesser
6-7 mm betragen.
Die Prusikschlinge wird unterhalb des Abseilachters
mittels Prusikknoten um beide Seile gelegt und mittels
Karabiner in eine Beinschlaufe eingehängt. Es muss
darauf geachtet werden, dass der Prusikknoten, der
während des Abseilens locker mit der Bremshand
mitgeführt wird, nicht in den Achter gezogen werden
kann. Würde die Bremshand aus irgend einem Grund vom
Seil genommen rutscht das Seil ungebremst durch den
Achter – in diesem Fall zieht sich der Prusikknoten
sofort zu und verhindert den Absturz
-
dass bei Abseilübungen mit dem Abseilachter kann auch
der Übungsleiter oder ein von ihm Beauftragter
durch kräftigen Zug an beiden Seilen von unten (vom
Boden aus) den Abseilvorgang unterbrechen (zusätzliche
Sicherheit)
-
dass beim Sichern von Mehrseillängenrouten die
Halbmastwurfsicherung empfohlen wird. (Sonderfall: Beim
sichern von zwei Nachsteigern wird die Absicherung
mittels der ‚Magic-Platte’ notwendig)
-
dass am Standplatz
grundsätzlich ein zentraler Sicherungspunkt
(Schraubkarabiner) eingerichtet
wird, woran die
Gefährtensicherung und
die Selbstsicherung erfolgt. Man unterscheidet den
Standplatz an einem Fixpunkt und den an zwei
Fixpunkten
-
dass es an einem
Standplatz mit nur einem Fixpunkt auch an über
armdicken Sanduhren in festem Fels,
DAV-Sicherheitsringen und sog. Bühlerhaken (in
Blitzzement gesetzte Edelstahlhaken)
möglich ist,
sicheren Stand zu machen
-
dass an einem
Standplatz mit zwei Fixpunkten (Haken, Friends,
Klemmkeile) ein Kräftedreieck eingerichtet wird.Dazu werden in die Fixpunkte mittels Karabiner eine
ausreichend lange Bandschlinge eingehängt. Den zwischen
den Fixpunkten verlaufenden Bandschlingenstrang um
180
Grad verdrehen und diesen und den nicht verdrehten
Strang in den Zentralpunkt-Schraubkarabiner einhängen.In den Zentralpunkt-Schraubkarabiner wird die
Selbstsicherung (Mastwurf) eingehängt und ein zweiter HMS-Karabiner,
an dem der Kletternde mittels
Halbmastwurf gesichert wird.
Gängige Rettungsmaßnahmen
in alpinen Routen
Da Stürze in alpinem
Gelände nie auszuschließen sind, sollte jeder Kletterer
oder Hochtourengeher die wichtigsten
Grundrettungsmaßnahmen beherrschen.
Die zu wählende Rettungsmethode hängt immer von der
schwere und Art der Notsituation ab.
Reicht zur Bergung des
Gestürzten eine einfache Zughilfe (‚Expressflaschenzug’)
nicht mehr aus, muss
eine Gewichtsreduzierung der
hochzuziehenden „Last“ erfolgen. Diese Gewichtsreduzierung
kann mit
der ‚Losen Rolle’ recht einfach
erzielt werden. Reicht auch diese Bergungsmethode nicht
aus, wird der
‚Schweizer Flaschenzug’ (zwei ‚lose Rollen’) zur Anwendung
gebracht.
Wer sich mit den
dargestellten Skizzen der einzelnen Zughilfen
auseinandersetzt, wird schnell das
System begreifen und in
der Lage sein, entsprechend zu
handeln. Jedoch gilt auch hier, dass die
Theorie die reale
Übung nicht ersetzen kann.
Einfache Zughilfe (Expressflaschenzug)
Benötigtes Material: -1- Karabiner und
-1- Prusikschlinge
Anwendung:
Der zur Sicherung benutzte HMS-Karabiner bleibt eingehängt
und dient weiter
zur Sicherung. Das Zugseil wird durch einen Karabiner
geführt, welcher zuvor an dem Lastseil mittels
einer Prusikschlinge befestigt wurde.
Die einfache Zughilfe sich an, wenn der Gestürzte aktiv
mitwirken kann.
Lose
Rolle
Benötigtes Material: -2- Karabiner und -1-
Prusikschlinge
Anwendung:
Der zur Sicherung benutzte HMS-Karabiner bleibt eingehängt
und dient weiter
zur Sicherung.
Das Lastseil wird mittels eines
Schleifknotens fixiert. Dem noch mitwirkungsfähigen
Gestürzten wird die „Lose Rolle“ (Karabiner, ggf. mit
Gewicht) mit dem noch lockern Zugseil hinab gelassen. Nun
wird mit der Prusik eine Rücklaufsperre am Zugseil gelegt
und diese mittels eines Karabiners am HMS-Karabiner
fixiert. Am Zugseil wird nun der Gestürzte nach oben
gezogen, wobei
der Prusikknoten mit einer
Zughand nach unten geschoben
wird.
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Schweizer Flaschenzug
Benötigtes Material: -4- Karabiner, -1-
lange Bandschlinge, -1- kurze
Reepschnurschlinge (Prusikschlinge)
Anwendung:
Der zur Sicherung benutzte HMS-Karabiner bleibt eingehängt
und dient weiter
zur Sicherung. Das Lastseil an dem der Gestürzte hängt,
wird mit einem Schleifknoten fixiert. Die Last wird nun
auf eine Kurzprusikschlinge und eine Bandschlinge
übertragen. Dazu hängt man in die Kurzprusikschlinge einen
Karabiner ein führt die im Zentralpunkt-Schraubkarabiner
zuvor eingehängte
lange Bandschlinge durch diesen hindurch und hängt sie mit
einem weiteren Karabiner bei sich selbst am Gurt ein.
Jetzt werden die beiden Karabiner für die Gardaschlinge am
Zentralpunkt-Karabiner mit einer kurzen Prusikschlinge
angebracht , die HMS-Sicherung gelöst und die
Gardaschlinge in die beiden Karabiner eingelegt. Das
Zugseil wird nun in den Karabiner der Bandschlinge (zuvor
war dieser am am Gurt fixiert) eingehängt – fertig!
Der
Spaltensturz
Kommt es bei
Gletschertouren zu Spaltenstürzen oder ähnlichem, gibt es
natürlich keine Fixpunktsicherung. Fixpunkte sind in
diesem Falle die Seilschaftspartner. Im Idealfall lässt
sich der Gestürzte mit vereinten Kräften
wieder ans Tageslicht befördern. Geht dieses nicht, müssen
spezielle Fixpunkte gesucht oder neu geschaffen werden.
Neue Fixpunkte können sein:
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T-Anker
Ein Eispickel mit einer langen Bandschlinge wird möglichst
tief in den Firn oder Schnee eingegraben,
wobei die
Bandschlinge durch eine Rinne in Kraftrichtung laufen
muss. Auf den ‚Anker’ muss eine
Belastung nach unten und
nicht nach
oben erfolgen. Der Schnee über dem Anker muss fest
verdichtet werden. An das Ende der herausschauenden
Bandschlinge wird nun ein Schraubkarabiner als zentraler
Fixpunkt eingehängt.
Kombinierte Rammpickel-Körpersicherung
Ein Eispickel wird senkrecht im Schnee oder Firn versenkt
und mittel einer Bandschlinge am Hüftgurt
fixiert. Die HMS
wird ebenfalls am Hüftgurt fixiert, wobei der Sichernde
mit seinem Körpergewicht auf
dem eingegrabenen Eisgerät
sitzt. Die Rammpickelsicherung reicht allein nicht aus.
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